Ein Blick auf Tomb Raider Legends: The Board Game

Warum das neue Tomb Raider-Brettspiel euren Tag versüßen … und den eurer Freunde ruinieren wird.
Von tuetae
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Als ich das neue Tomb Raider-Brettspiel in die Hände bekam, war ich ganz schön begeistert. Sogar so begeistert, dass ich es gleich hier im Hauptquartier von Square Enix aufbauen und ausprobieren musste.

Ich hatte ein Spiel erwartet, das Spaß macht, weil – naja, es ist Tomb Raider. Aber ich war ehrlich nicht darauf vorbereitet, wie clever und unvorhersehbar das Spiel ist. Und wie strategisch, süchtig machend und haarsträubend witzig. Ehrlich!

Ums kurz zu machen, ich hatte eine Superzeit, und ich wollte es deshalb allen von euch, die das Spiel vielleicht noch nicht auf dem Radar haben, hier im Square Enix-Blog präsentieren.

Bevor wir aber ins Regelwerk abtauchen, wollen wir erstmal jeden, der noch nie davon gehört hat, auf den nötigen Wissenstand bringen. Also:



Was ist Tomb Raider Legends: The Board Game?

Die Prämisse des Spiels ist so typisch Tomb Raider, wie man sich das nur wünschen kann. Lara Croft muss gefährliche Ruinen durchqueren und fiesen Fallen ausweichen, sich ein Artefakt schnappen und lebend entkommen.

Diesmal aber hat sie's mit drei Gegnern zu tun, die nicht weniger smart und fähig sind wie sie selbst. Denn die sind sie.


Wie funktioniert das Spiel also?

Jeder Spieler sucht sich eine Lara-Version aus einem anderen Tomb Raider-Titel aus – dazu gehören das originale Tomb Raider, Tomb Raider: Angel of Darkness, Tomb Raider Legend und Tomb Raider Underworld.

Der grundsätzliche Spielverlauf kann auf einige wenige grundlegende Aufgaben heruntergebrochen werden:

  • Verringert das Bedrohungslevel auf jedem Feld des Spielbretts und zieht zum nächsten weiter.
  • Holt euch das Artefakt und lässt euch nicht von Kopien täuschen.
  • Erreicht mit dem Artefakt das Ziel.

In der Praxis ist das Ganze natürlich nicht so simpel. Es gibt nur ein einziges Artefakt, weshalb die Spieler miteinander konkurrieren, tricksen, stehlen und alles Mögliche tun, um es in die Hände zu bekommen und den Sieg letztlich für sich zu beanspruchen.

Aber werfen wir mal einen genaueren Blick auf Euer Tun:



1. Das Brett aufbauen

Das Erste, was ihr – nach einer ausgiebigen Diskussion darüber, wer welche Lara spielt – macht, ist der Aufbau des Spielbretts.

Eines der coolsten Features des Tomb Raider-Brettspiels ist sein modulares Design. Die Orte, die ihr im Spiel bereist, sind zufällig angeordnet – ihr mischt die Spielelemente durch und legt sie verdeckt um einen Ring in der Mitte.

Mit welchem Szenario ihr konfrontiert werdet, erfahrt ihr erst, wenn ihr den entsprechenden Teil des Spielbretts erreicht habt und ihn umdreht. Das sorgt für Unvorhersehbarkeit und zwingt euch, eure Strategie unvermittelt zu ändern.


2. Die Züge planen

Ist das Brett aufgebaut, kann das Spiel beginnen.

Ihr erwartet wahrscheinlich, dass ihr jetzt euren Zug macht. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Tomb Raider Legends: The Board Game besitzt nämlich einen besonderen Kniff: Ihr spielt drei Züge gleichzeitig.

Jeder Spieler ist mit sieben Aktionskarten ausgestattet. Die bestimmen darüber, was eure Lara im jeweiligen Zug tun kann.

Sie könnte zum Beispiel die Karte "Action" einsetzen, wodurch das Bedrohungslevel an einem Ort um zwei gesenkt wird. Dann "Rush", um ein Feld weiterzuziehen. Oder einfach "Rest", also ausruhen und gesunden.

Alle Spieler bestimmen ihre Strategie für die folgenden drei Züge, und nachdem jeder seine erste Aktion ausgespielt hat, wird die zweite aufgedeckt und dann die dritte.

Und genau dort offenbart sich die Genialität des Spiels, denn selbst wenn ihr glaubt, dass ihr euch die perfekte dreiteilige Strategie zurechtgelegt habt, können eure Freunde sie jederzeit ruinieren. Und glaubt mir – das werden sie auch.

3. Den Freunden den Tag vermiesen

Noch ein weiteres bedeutendes Element muss in Tomb Raider Legends: The Board Game beachtet werden: Die "Raid Cards". Ihr könnt sie, abhängig von der Karte, an verschiedenen Stellen im Spiel ausspielen und dadurch die Pläne eurer Konkurrenten durchkreuzen bzw. euch einen Vorteil verschaffen.

Nehmen wir beispielsweise an, ihr hättet das Artefakt. Ihr plant, das Bedrohungslevel eures aktuellen Standorts im ersten Zug zu reduzieren, um im zweiten weiterzuziehen und das Spiel zu gewinnen. Klingt doch nach 'ner sauberen Strategie, oder?

Eigentlich schon, außer wenn einer eurer Gegner, nachdem ihr sämtliche Bedrohung auf einem Feld beseitigt habt, durch den Einsatz einer Raid-Karte das Bedrohungslevel sofort wieder nach oben bringt. Das Ergebnis: Ihr könnt nicht weiterziehen und habt letztlich einen Zug verschwendet.

Und während ihr zur Untätigkeit verdammt seid, nutzt ein anderer Spieler die Gelegenheit, um euch das Artefakt zu stehlen und sich in Richtung Sieg davonzumachen.

… Ja, das ist mir passiert, und ja, es nervt mich immer noch.

Aber das ist ja so toll dran – wenn eure eigenen Strategien verpuffen, ist das schmerzhaft. Aber wenn ihr euren Freunden übel mitspielt, dann ist das dermaßen befriedigend!

Und eigentlich auch egal, wem von euch das passiert, ihr werdet euch alle kaputtlachen, wenn perfekt durchdachte Pläne zerbröseln wie eines der zahllosen Gräber, die Lara erkundet hat.

Das war also ein kurzer Einblick in die Mechanik von Tomb Raider Legends: The Board Game. Oder den "Sabotiere-deine-Freunde-Simulator", wie ich das Spiel gerne nenne.

Wenn ihr Fans der Tomb Raider-Reihe seid, dann liefert das Brettspiel eine tolle Möglichkeit, eure Abenteuer vom Bildschirm in die echte Welt zu bringen. Und auch wenn ihr nicht so viel mit den digitalen Abenteuern von Lara Croft am Hut habt, bekommt ihr hier jede Menge befriedigenden und rasanten Brettspiel-Spaß.

Das Spiel ist ab sofort im Square Enix Store erhältlich – und wir können es Brettspielfans nur ans Herz legen. Ihr werdet lachen, intrigieren und schmollen. Und wenn eine Runde rum ist, werdet ihr voller Freude wieder von vorn mit der Grabräuberei beginnen.

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1 KommentareUm einen Kommentar zu hinterlassen, logge dich ein oder schließe dich der Community an.
widukind1
Sieht aus wie wenn es komplett in englisch ist. Oder gibt‘s das auch auf deutsch?